Geschichte

In der Nicolaistraße gegenüber der Kirche stehen die Gebäude der alten Jungen- und Mädchenschule. Im linken Haus waren die Jungen und im rechten die Mädchen  untergebracht. Das Gründungsjahr der Jungenschule ist um 1580. Die Mädchenschule wurde um 1640 erbaut.

1841 entstand eine neue Schule, in die Mädchen und Jungen gemeinsam gingen. Die Elementarklassen (2 Schuljahre) besuchten die Schüler gemeinsam. Danach gingen die Mädchen noch ein Jahr in die Mädchenklasse. Die Jungen mussten noch die zweite und danach die erste Knabenklasse besuchen, ehe sie entlassen wurden.

Ab 1911 galt der achtjährige Schulbesuch für Jungen und Mädchen gleichermaßen. Bald war auch diese Schule zu klein. Sie wies auch erhebliche Mängel auf.

1949 begannen die ersten Verhandlungen für einen neuen Schulbau.

1953 beschloss die Gemeindevertretung gegen den Willen der Lehrerschaft den Neubau auf der “Bleiche”.

Durch ein neues Schulverwaltungsgesetz erhielten Eltern und Lehrer 1954 mehr Mitspracherecht in schulischen Angelegenheiten. Der aufgrund dieses Gesetzes gebildete Schulvorstand  lehnte den Bau auf der “Bleiche” ab. Damit trat auch der Gemeinderat von seinem Vorhaben zurück, vertagte nun aber den Neubau und entschloss sich, zunächst einmal die alte Schule wieder instand zu setzen. Erst 10 Jahre später bekamen zwei Architekten den Auftrag, ein Schulgebäude zu entwerfen. Am 18.5.1961 war die Grundsteinlegung. Die Baukosten für das gesamte Projekt betrugen 850 000 DM. Davon musste die Stadt Mengeringhausen 410 000 DM aus eigenen Mitteln finanzieren. Die neue Schule wurde am 7. Dezember 1962 feierlich eingeweiht. Die Schule war – im Hinblick darauf, dass Mengeringhausen Garnisonstadt werden sollte – räumlich großzügig geplant worden. Neben zehn Klassenräumen gab es einen großen Feierraum und Fachräume für Nadelarbeit , Hauswirtschaft, Werken und den naturwissenschaftlichen Unterricht. Außerdem gehörte zur Schule eine Turnhalle, die allerdings mit den Maßen 12 mal 24 Meter von vornherein recht klein bemessen war. Ab Mitte der 60 Jahre lagen die Schülerzahlen stets um 320. 1974 erreichten sie einen Höchststand von 338 Schülern. Die Ursache lag in den allgemein geburtenstarken Jahrgängen der damaligen Zeit, aber auch darin, dass die Bundeswehrkasere, die 1962 bezogen wurde, viele junge Familien nach Mengeringhausen brachte. So berichtet die Chronik davon, dass 1972, zehn Jahre nach der Einweihung, schon wieder Platzmangel herrschte. 1963 mussten erstmals zwei Eingangsklassen gebildet werden. Später wurde die gesamte Grundschule zweizügig. Es mangelte an Räumen, zumal 1965 mit der Einführung des 9. Schuljahres auch noch zwei 9. Klassen hinzukamen. Denn neben den Mengeringhäuser Kindern wurden auch die Schüler des 9. Schuljahres aus Twiste und Berndorf in Mengeringhausen unterrichtet. Alle Klassenräume waren nun besetzt. Zusätzlich mussten der Feierraum, die Fachräume und zeitweise sogar die Küche als Klassenräume genutzt werden.

Der Raummangel wurde 1977 durch einsetzenden Schülerrückgang behoben. 1983 war die gesamte Grundschule nur noch einzügig, die Schülerzahl mit 181 auf einem Tiefstand angekommen. Die Schülerzahl der Hauptschule ist jedoch u.a. wegen der wachsenden Zahl von Übergängen zu weiterführenden Schulen so stark gesunken, dass die Klassen fünf und sechs sowie acht und neun zu jeweils einem Klassenverband zusammengefasst werden mussten. Die Schulleitung versuchte, die Klassen wenigstens in den wichtigsten Fächern getrennt zu unterrichten. Der Erhalt der Hauptschule war gefährdet. 1985 sollten im Kreis Förderstufen eingerichtet werden. Eigentlich war nur für Arolsen eine Förderstufe bewilligt worden. Aber zusammen mit den Twistern waren genügend Schüler für eine eigene Förderstufe in Mengeringhausen vorhanden. Bei der 400-Jahr-Feier der Schule gab der damalige Leiter des staatlichen Schulamtes bekannt, dass Mengeringhausen Förderstufenstandort werden sollte. Dies bedeutete zwar einen Verzicht auf eine vollständige Hauptschule, es sollten nun aber alle Schülerinnen und Schüler bis zur 6. Klasse in Mengeringhausen bleiben und dann erst zur Haupt-, zur Realschule oder zum Gymnasium wechseln. Umfangreiche pädagogische Vorbereitungen wurden getroffen. Vom Kreisbauamt wurden Pläne gezeichnet, nach denen die Schule noch einmal so viele Klassenräume erhalten sollte, wie schon vorhanden waren. Nach den Landtagswahlen im April 1987 wechselten die Regierungsparteien und damit die Schulpolitik. Alle Förderstufen und die damit verbundenen Neubauten wurden gestrichen.

Das 400jährige Jubiläum war Anlass, der Schule einen neuen Namen zu geben. Der alte Name “Stadtschule” fiel Anfang der 70er Jahre leider der Gebietsreform zum Opfer. Da Mengeringhausen keine selbständige Stadt mehr sei, so argumentierte die obere Schulverwaltung, müsse der alte Name aufgegeben werden.

Es lag auf der Hand der Schule den Namen Nicolai zu geben. Einmal um an Philipp Nicolai zu erinnern, zum anderen war dessen ältester Bruder, Johannes Nicolai, der erste Rektor in Mengeringhausen. Ab 1990 sollten die Twister Hauptschüler (pro Jahrgang 10-12 Schüler) schon nach der 4. Klasse nach Mengeringhausen in die Nicolai-Schule kommen, um den Hauptschulstandort zu sichern. Leider erwies sich diese Maßnahme als Trugschluss, denn die Twister Eltern schickten vermehrt ihre Kinder (wenn sie sowieso schon in den Bus steigen müssen) über Mengeringhausen nach Arolsen in die Realschule. So blieben nur noch 2-3 Schüler für die Hauptschule übrig. Der Hauptschulstandort war nicht mehr zu erhalten.

Im Sommer 1997 gingen die Schüler der Klassen 5 und 6 nach Arolsen. In die frei werdenden Räume wurde gleichzeitig die Vorklasse von Arolsen nach Mengeringhausen verlegt. Im Juli 1998 wurde die letzte Abschlussklasse der Mengeringhäuser Schule entlassen. Seitdem ist die Nicolai-Schule eine reine Grundschule. Nach den Sommerferien kamen die Wetterburger und Neu-Bericher Kinder, die bis dahin nach Helsen gingen, zusätzlich hierher, um die Helser Schule zu entlasten und um die Schülerzahlen zu stabilisieren.

Komplettsanierung des Schulgebäudes und der Turnhalle von 2009-2011.